18/05/2026
Sind keine Nachrichten, gute Nachrichten?
Bei einem Brand auf deutscher Seite in Bollendorf am Mittwochnachmittag, dem 14. Mai 2026, wurde nach ersten Erkenntnissen offenbar auch die Sauer beeinträchtigt.
Der Brand verursachte nicht nur giftigen Rauch, weshalb Anwohner aufgefordert wurden, Fenster und Türen geschlossen zu halten – offenbar wurde auch das Löschwasser stark kontaminiert. Welche Stoffe auf dem Gelände genau gelagert wurden, ist derzeit noch unklar. Fest steht jedoch, dass dort unter anderem Farben, Benzin und weitere hochentzündliche Stoffe lagerten.
Da sich das Gelände nur etwa 25 Meter von der Sauer entfernt befindet und offensichtlich keinerlei Rückhalteeinrichtungen vorhanden waren, konnte das verunreinigte Löschwasser ungehindert und auf direktem Weg in den Fluss gelangen. Immerhin kamen laut Feuerwehr keine Löschschäume zum Einsatz, die als besonders gewässerbelastend gelten. Die zuständigen Behörden haben angekündigt, die Sauer auf mögliche Kontaminationen zu untersuchen. Eine Entwarnung lag jedoch bis Redaktionsschluss noch nicht vor.
Da die Fischereisaison in den Grenzgewässern erst am 15. Juni beginnt, sind derzeit leider keine Angler vor Ort, die die Situation beobachten könnten. Dennoch ist jede Beobachtung wertvoll. Wir können daher nur dazu ermutigen, die Sauer in den kommenden Tagen besonders aufmerksam im Blick zu behalten und mögliche Auffälligkeiten zu melden.
Das Fazit bleibt ernüchternd: Noch immer dürfen Industriebetriebe betrieben werden, ohne dass ihr Oberflächenwasser ausreichend zurückgehalten werden muss. Dass dies im Katastrophenfall fatale Folgen für angrenzende Gewässer haben kann, liegt auf der Hand.
Die FLPS fordert nicht erst seit dem Brand in Echternach im Jahr 2019, dass Lagerstätten, Industriebetriebe und Industriegebiete besser abgesichert und Oberflächenwasser nur kontrolliert abgeleitet werden dürfen.
Doch außer Sonntagsreden ist bislang wenig geschehen.
Section Ecologique FLPS
Foto: Christian Hammes/Feuerwehr VG Südeifel