12/02/2014
Beim ADAC geht das Aufräumen weiter. Nach dem Rücktritt von Präsident Peter Meyer und den Manipulationen beim „Lieblingsauto der Deutschen 2014“ setzen die externen Prüfer ihre Arbeit fort. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass auch in den Vorjahren geschummelt wurde, erklärte der Automobilclub unter Berufung auf die Unternehmensberatung Deloitte.
Indessen geht auf der Führungsebene das Hickhack hinter den Kulissen des Clubs weiter. Nachdem der Verein offiziell mitgeteilt hatte, dass die Trennung von Präsident Peter Meyer in die Wege geleitet worden sei, hat dieser nochmals klargestellt, dass der Rücktritt auch formal nur durch seine persönliche Entscheidung zustande gekommen sei. „Ein Suspendierungsverfahren kann gemäß ADAC Satzung (§ 14 Abs. 4) nur auf Antrag des Generalsyndikus vom Präsidium beschlossen werden. Ein solcher Antrag wurde nicht gestellt“, heißt es in einer Mitteilung des TÜV Nordrhein, dem Meyer ebenfalls als Präsident vorsteht.
Das Schreiben macht auch deutlich, dass Meyer weiterhin wenig Bereitschaft der verbliebenen Präsidiumsmitglieder sieht, Verantwortung zu übernehmen und Veränderungen einzuleiten. „Eine gesamtverantwortliche Reaktion und Demission des Präsidiums wäre sicherlich ein wichtiges und besseres Signal gewesen“, heißt es in dem Schreiben.
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Zudem sei in der Satzung des ADAC geregelt, dass das Präsidium die Grundsätze der Kommunikation und Werbung festlege, und eben nicht allein der Präsident. „Alle Entscheidungen zur Kommunikation und Außenwirkung sind daher stets Gremienentscheidungen des Präsidiums und nicht Einzelentscheidungen eines Präsidiumsmitgliedes oder des Präsidenten“, stellt Meyer klar.
Immer mehr Kritiker fordern nun einen radikalen Neuanfang. Dabei geht es auch um die Frage, ob der ADAC mit seinen mehr als 18 Millionen Mitgliedern weiterhin als Verein geführt werden kann. Bisher will der Club daran nicht rütteln, sondern sich mit einem 10-Punkte-Plan reformieren.
Die Verantwortung des gesamten Präsidiums sieht auch der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Martin Burkert (SPD). „Ein Neuanfang kann nur sein, wenn das gesamte Präsidium zurücktritt“, sagte er. Bunkert forderte zudem vom ADAC den Nachweis, in anderen, „sicherheitsrelevanten“ Bereichen – beispielsweise bei Qualitätssiegeln – nicht betrogen zu haben.
„Jetzt sollte das gesamte Management zurücktreten, um den Weg für einen Neustart freizumachen“, sagte die Vize-Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Caren Lay „Handelsblatt Online“. Der Rücktritt des ADAC-Präsidenten Peter Meyer sei nicht ausreichend. Ferdinand Dudenhöffer sprach sich für eine weibliche Nachfolge aus. „Der ADAC sollte eine Frau zur Vorsitzenden machen“, sagte er der „Braunschweiger Zeitung“. Dies wäre eine Revolution, die auf fruchtbaren Boden fallen würde.
Ergänzendes zum Thema
Manipulationen beim Gelben Engel
„Die Manipulationen bei der Leserwahl zum Lieblingsauto 2014 sind ein schwerer Schlag für den gesamten ADAC. Wir sind fassungslos, dass dies in unserem Haus passieren konnte“, sagte ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair, der ebenfalls in der Kritik steht. Der ADAC entschuldigte sich bei Mitgliedern, Mitarbeitern sowie den betroffenen Automobilherstellern. Die Auszeichnung wird es künftig wohl nicht mehr geben. Porsche, VW, Daimler und BMW wollen sämtliche Auszeichnungen der vergangenen Jahre zurückgeben.