08/06/2026
Warum dürfen Motorradfahrer in Deutschland im Stau eigentlich nicht einfach nach vorne fahren?
Eine Frage, die regelmäßig für Diskussionen sorgt.
Dabei sprechen viele Argumente genau dafür.
Ein Motorrad benötigt deutlich weniger Platz als ein Auto. Wenn ein Motorrad vorsichtig zwischen stehenden Fahrzeugen durchfährt, nimmt es niemandem einen Platz weg und verlängert den Stau nicht.
Im Gegenteil.
Jedes Motorrad, das vorne steht, bedeutet ein Fahrzeug weniger in der Autoschlange.
Dazu kommt ein weiterer Punkt, den viele Autofahrer gar nicht auf dem Schirm haben:
Ein Motorradfahrer sitzt im Sommer in voller Schutzkleidung.
Helm.
Handschuhe.
Motorradjacke.
Protektoren.
Motorradhose.
Stiefel.
Bei 30 Grad Außentemperatur kann sich der Asphalt auf über 50 Grad aufheizen. Der Motor strahlt zusätzliche Wärme ab. Der Fahrtwind fehlt komplett.
Während viele Autofahrer im klimatisierten Fahrzeug sitzen, befindet sich der Motorradfahrer praktisch in einer mobilen Sauna.
Mit steigender Körpertemperatur sinken Konzentration und Reaktionsfähigkeit. Der Puls steigt, die Belastung für den Kreislauf nimmt zu. Schwindel, Erschöpfung und Hitzestress sind keine Seltenheit.
In vielen Ländern ist sogenanntes Lane Filtering oder Lane Splitting deshalb längst erlaubt.
Nicht weil Motorradfahrer bevorzugt werden sollen.
Sondern weil es den Verkehrsfluss verbessern kann und gleichzeitig die körperliche Belastung der Fahrer reduziert.
Natürlich nur langsam, vorsichtig und ohne andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden.
Die eigentliche Frage ist also vielleicht gar nicht:
“Warum fahren Motorradfahrer nach vorne?”
Sondern:
“Warum sollte ein Motorrad bei 35 Grad im Stau zwischen Autos stehen müssen, obwohl es niemanden behindert und problemlos vorbeifahren könnte?”
Wie seht ihr das?
Sollte Deutschland Lane Filtering für Motorräder erlauben oder nicht? 👇