09/03/2026
Wer beim Statiker-Honorar feilscht, unterschreibt oft einen Blankoscheck für den Rohbauer.
Es ist die klassische Milchmädchenrechnung der Projektentwicklung: Man vergleicht drei Ingenieurbüros und nimmt das günstigste. „Statik ist ja schließlich Statik“, heißt es dann. Ein fataler Irrtum.
Hören und sehen wir immer wieder, wenn wir dann später doch noch beauftragt werden, um zu korrigieren…
Denn ein „billiges“ Tragwerkskonzept ist fast immer ein konservatives Konzept. Wer keine Zeit (oder kein Budget) für Optimierungsschleifen hat, greift zur Standard-Lösung aus dem Lehrbuch.
Das Ergebnis?
❌ 2 cm mehr Deckenstärke „sicherheitshalber“.
❌ Standard-Stahlmengen, wo weniger Bewehrung gereicht hätte.
❌ Massive Unterzüge, die später die TGA-Planung blockieren.
Die 5.000 €, die man beim Honorar spart, zahlt man auf der Baustelle 50-fach bei Material und Logistik drauf. Wahre Wirtschaftlichkeit entsteht am Schreibtisch durch Tiefe, nicht durch den günstigsten Stundensatz.
Wir rechnen lieber dreimal genauer nach, damit ihr am Ende weniger Beton bezahlen müsst. Denn das teuerste Ingenieurbüro ist das, dessen Pläne unnötiges Material verschwenden.
Habt ihr schon mal die Mehrkosten eines „schnellen“ statischen Entwurfs gegen das Honorar aufgerechnet?