12/06/2026
Der stille Tod - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert die europäischen Staaten angesichts der fortschreitenden Klimakrise zu einer massiven Ausweitung ihrer Hitzeschutzmaßnahmen auf. Hintergrund sind die verheerenden gesundheitlichen Auswirkungen steigender Temperaturen: Allein in den vergangenen vier Jahren sind in Europa mehr als 200.000 Menschen an den direkten Folgen extremer Hitze gestorben. Da längere und intensivere Hitzewellen vor allem ältere Menschen, chronisch Kranke sowie Säuglinge gefährden, drängt die Organisation auf flächendeckende und verbindliche Hitzeaktionspläne in allen Ländern und Kommunen.
Anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstages in Berlin fand der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, drastische Worte und bezeichnete Hitze als einen gefährlichen, „stillen Killer“. Er betonte jedoch, dass diese Todesfälle vermeidbar seien, da die notwendigen Instrumente wissenschaftlich erprobt und einsatzbereit vorliegen. Zur Unterstützung stellte Kluge gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium einen aktualisierten WHO-Leitfaden vor. Dieser soll Behörden dabei helfen, medizinische Einrichtungen hitzeresilient umzubauen, urbane Hitzewarnsysteme zu optimieren und die Risikokommunikation für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen im urbanen Raum entscheidend zu verbessern.
Der WHO-Regionaldirektor ist in Berlin, um Maßnahmen zum Schutz vor der Hitzebelastung vorzustellen. Diese trifft mit zunehmendem Klimawandel immer mehr Menschen – gerade Ältere und Kranke.