01/08/2022
Arbeiten in einer Lieblingsstadt, was dort dann auch an dem hohen Marzipanaufkommen begründet liegt. Die Regionalligaspieler des VfB Lübeck dürften sich „am Sonntag danach“ auch so manch‘ Stückchen gegönnt haben. Vorher, eben am Sonnabend, wurde satt gefeiert, nachdem man den Zweitligisten FC Hansa Rostock in einem denkwürdigen Fight aus dem DFB-Pokal werfen konnte. Verdient, im doppelten Sinne.
Rostocks Trainer Jens Härtel wollte man die Skepsis schon vor dem Anpfiff ablesen. Die Jubelarie seines Gegenüber Lukas Pfeiffer war Sinnbild der Lübecker Glücksgefühle. Deren Abwehr hielt den teils doch recht simplen Angriffsversuchen der Hansa-Offensive locker stand, um dann einmal selbst richtig hinzulangen. Erst fackelten die Lübecker Fans ein grünes Feuerwerk ab, bevor der Schuss zum 1:0-Sieg folgte. Am Ende zeigte sich - mal wieder möchte man meinen – die unschöne Fr**ze des Fußballs. Teils über den Zaun kletternd, aber auch durch ein offenes Tor gelangend (wie auch immer das geöffnet wurde) stürmten Gäste-Anhänger auf den Platz an der Lohmühle, konnten erst durch Hansa-Kapitän John Verhoek und Mitspieler beruhigt und Dank der schnell eingreifenden Polizei in den Block zurückgedrängt werden.
Als ob das nicht schon peinlich genug für den Verein von der Ostsee war, setzte deren Pressesprecherin noch einen drauf. Erst wurden Fotografenkollegen angehalten, nicht auf die ihren Unmut äußernden Fans zu halten, um dann noch „zum Besten“ zu geben, dass man als Sportjournalist doch selbst Schuld hätte, wenn man sich vor Rostocker Fans setzt. Da hat wohl jemand die schon länger zurückliegende Wendezeit verschlafen, wie man im Kollegenkreis hörte - lach. Werte Frau S., es sollte allgemein bekannt sein, dass die Zeiten, in denen man den Pionierknoten noch richtig stramm zog, lange vorbei sind. Dem Autoren geht so etwas ja eher unterm Sitzhocker vorbei, zumal man mit den blau gekleideten Fanvertretern schon im Vorwege ein gutes Gespräch fand. „Fotogeräte packen wir nicht an“, war zu hören. Die Zusage wurde eingehalten.