27/03/2026
Putins letztes Abendmahl
Stell dir vor, Leonardo hätte nicht mit Tempera gearbeitet, sondern mit Zynismus, Machtinstinkt und einer ordentlichen Portion Dreistigkeit – genau das ist hier in Bronze gegossen: kein Meisterwerk der Renaissance, sondern ein Gruppenfoto der gepflegten politischen Selbsttäuschung.
In der Mitte Putin – nicht als Messias, sondern als Regisseur dieser Inszenierung. Die Ruhe eines Mannes, der weiß, dass Chaos für andere ein Problem ist – für ihn ein Werkzeug. Die Geste offen, fast großzügig, als würde er sagen: „Keine Sorge, ich liefere euch die Narrative gleich frei Haus.“
Und dann die illustre Runde drumherum – ein Who’s Who der moralischen Verrenkungskünstler mit Hang zur selektiven Wahrnehmung:
Schröder sitzt da wie der inoffizielle Gastgeber – halb Politiker, halb Lobbyist, ganz überzeugt davon, dass Loyalität vor allem dann zählt, wenn sie gut bezahlt wird.
Orban lehnt sich zurück wie jemand, der Demokratie für eine unverbindliche Empfehlung hält – ungefähr so verbindlich wie eine Hotelbewertung.
Lawrow wirkt wie der Mann, der selbst die absurdeste Geschichte noch mit todernster Miene verkaufen kann – Hauptsache, sie hält lange genug, bis die nächste kommt.
Weidel schaut, als hätte sie sich verlaufen – irgendwo zwischen Empörung und dem Versuch, geopolitisch relevant zu wirken.
Höcke sitzt da wie ein historisches Déjà-vu, das man eigentlich schon überwunden glaubte – nur leider hat jemand vergessen, das Kapitel endgültig zu schließen.
Wagenknecht wirkt, als würde sie gleichzeitig gegen das System wettern und sich überlegen, wie sie darin möglichst elegant bestehen kann.
Frohnmaier schaut wie der Praktikant, der hofft, dass niemand merkt, wie nah er schon am Epizentrum der Absurdität sitzt.
Lukaschenko grinst wie jemand, der weiß, dass er ohne den Mann in der Mitte längst nicht mehr am Tisch sitzen würde – und das auch niemanden vergessen lässt.
Alice Schwarzer wirkt, als hätte sie sich in eine Diskussion verirrt, die längst nicht mehr um Prinzipien geht, sondern nur noch um Positionierung.
Precht schaut, als würde er gleich erklären, warum das alles eigentlich ein philosophisches Missverständnis ist – tiefgründig, aber erstaunlich realitätsfern.
Ganser wirkt wie jemand, der in jeder Serviette eine verborgene Wahrheit sieht – und sie garantiert gegen den Strich interpretiert.
Fico sitzt da wie ein Politiker, der genau weiß, dass man mit genügend Pragmatismus auch aus den krummsten Linien noch Kapital schlagen kann.
Das Brot auf dem Tisch? Symbol für Verantwortung – wird ignoriert wie ein unbequemer Faktencheck.
Der Kelch? Gefüllt mit den Konsequenzen – wird nur vorsichtig gekostet, man will sich ja nicht die eigene Erzählung verderben.
Und diese ganze Szene in Bronze gegossen – als wäre das hier etwas, das man für die Nachwelt bewahren müsste. Vielleicht als Warnung. Vielleicht als Mahnmal. Vielleicht einfach als Beweis, dass Dreistigkeit tatsächlich eine erstaunlich haltbare Legierung ist.
Kurz gesagt:
Das ist kein Abendmahl.
Das ist ein Gipfeltreffen der gewissenlosen Selbstvermarkter, Machtanbeter und Realitätsakrobaten im fortgeschrittenen Stadium der moralischen Insolvenz – mit Catering.