17/07/2026
𝗔𝗹𝗹𝗲𝘀 𝘁𝘂𝗻, 𝘂𝗺 𝗜𝗻𝗱𝘂𝘀𝘁𝗿𝗶𝗲𝘀𝘁𝗮𝗻𝗱𝗼𝗿𝘁𝗲 𝘇𝘂 𝘀𝘁ä𝗿𝗸𝗲𝗻
Die Wirtschaftslage in der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie (M+E) hat sich im ersten Jahresdrittel 2026 weiter verschlechtert. In den ersten vier Monaten des Jahres verzeichnete der größte Industriezweig des Landes gegenüber dem Vergleichszeitrum 2025 ein Minus von 7,6 Prozent. Der anhaltende Produktionsrückgang schlägt sich immer mehr auf die Beschäftigung nieder, die im Vormonatsvergleich bereits den 33. Monat in Folge rückläufig ist.
METALL NRW-Präsident Arndt G. Kirchhoff sagt, die Negativ-Entwicklung in der NRW-M+E-Industrie sei Ausdruck des dramatischen Verlustes an Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland insgesamt. „Die hohen Kosten deutscher Produktionsstandorte lassen sich auf dem Weltmarkt vielfach nicht mehr verdienen“, betonte Kirchhoff. Er erklärte, Politik und Sozialpartner müssten dringend alles tun, um die Konkurrenzfähigkeit der heimischen Industriestandorte zu stärken. Diese Erkenntnis sei aber leider immer noch nicht übergreifender Konsens. „Wenn wir diese Talfahrt beenden und nicht weiter ungebremst Arbeitsplätze unwiederbringlich verlieren wollen, dann müssen wir unsere Kosten-Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Dazu gehören auch die Arbeitskosten“, erklärte der NRW-Metallarbeitgeberpräsident.
Als weiteres „absolutes Warnsignal“ bezeichnete Kirchhoff die NRW-Auswertung einer aktuellen Umfrage des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall unter den Unternehmen der deutschen Metall- und Elektroindustrie:
- 55 Prozent der NRW-Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als schlecht
- mit Blick auf die Geschäftserwartungen rechnen in NRW 92 Prozent der Betriebe mit keiner Verbesserung für 2026
- 71 Prozent der NRW-Betriebe sehen derzeit auch keine absehbare Normalisierung
- 47 Prozent der Betriebe rechnen an Rhein und Ruhr mit einem weiteren Beschäftigungs-Abbau und nur 8 Prozent mit einem Aufbau
„Jetzt muss alles Priorität haben, was Wachstum schafft“, so Präsident Kirchhoff.