14/05/2026
Am Wochenende erhielten wir den Hinweis auf eine verletzte Graugans, die sich an einer Kiesgrube in Gremberghoven aufhielt. Die Melderin wartete an der Straße auf das Eintreffen unserer Kollegin, da der Zugang zur Kiesgrube nur über einen schmalen, dicht bewachsenen Pfad erreichbar war. Vor Ort trafen wir auf einen kleinen Sandstrand, an dem mehrere Personen einen Geburtstag feierten.
Unsere Kollegin versuchte, die Graugans mit Futter anzulocken, während die Melderin parallel versuchte, ihr den Weg zum Wasser zu versperren. Leider verlief dieser Versuch nicht erfolgreich, da einige Jugendliche ständig zwischen uns und der Gans hindurchliefen. In unmittelbarer Nähe hielt sich ein Pärchen Kanadagänse mit mehreren Jungtieren auf, die die Jugendlichen immer wieder verscheuchen wollten. Einige von ihnen warfen Steine nach den Gänsen, da sie während der Feier Blumen ins Wasser geworfen hatten, was die Tiere natürlich neugierig machte.
Nach einer angeregten Diskussion entschieden wir uns, den Einsatz abzubrechen und die Sicherung am Montag erneut zu versuchen.
Am Montagvormittag war das Gelände durch den Regen stark aufgeweicht und rutschig. Die Graugans befand sich jedoch nach wie vor am Sandstrand. Während wir versuchten, die Gans mit Futter anzulocken, zeigten sich die Kanadagänse etwas gestört und wollten uns mit ihrem Verteidigungsverhalten imponieren, was unsere Kollegin jedoch nicht von ihrem Plan abhielt, die Gans zu sichern. Nach etwa einer halben Stunde wurde die Graugans schließlich etwas unvorsichtig, und unsere Kollegin nutzte die Gelegenheit, um sie mit den Händen zu sichern. Sie brachte die Gans in die Klinik, wo leider schnell klar wurde, dass sie keine Überlebenschancen hatte. Beide Flügel wiesen erhebliche Verletzungen auf, darunter eine alte, offene Humerusfraktur am linken Flügel. Sie wurde umgehend erlöst.
Flieg frei, liebe Gans. 😓🌈🙏🏻🖤