15/06/2026
Bei einer Tiefbaumaßnahme ist mir ein junger Bauherrenvertreter begegnet, der spürbar verunsichert war – obwohl er das Projekt sichtbar voranbringen wollte. 🚧
Seine Gedanken kreisten ständig um die Frage, was alles zu beachten sei. Dabei war organisatorisch längst vieles geklärt: Der Auftrag an ein Tiefbauunternehmen war vergeben. Arbeitsvorbereitung und Ablaufplan lagen vor, Bauüberwachung und Oberbauleitung waren eingerichtet.
Und trotzdem fand er nicht richtig in seine Rolle.
Immer wieder eröffnete er neue Themen:
Mal wollte er den Bauvertrag vertieft prüfen lassen, und dies nur, weil wir überlegt hatten, Abläufe auf der Baustelle etwas effizienter zu gestalten. Mal ging es um die Kommunikation mit den Anliegern. Selbst einfache Terminkoordinationen für Hausanschlussarbeiten wollte er mehrfach zur Freigabe vorgelegt bekommen.
Nach und nach wurde klar, was dahintersteckte: Der Bauherrenvertreter musste sich an eine Vielzahl innerbetrieblicher Vorgaben halten: Qualitätsmanagement, kaufmännische Abläufe, Berichtspflichten – scheinbar war alles bis ins Detail geregelt. 📋
Mein Punkt heute:
Natürlich brauchen wir Regeln und Strukturen. Aber es bedarf auch eines Spielraums, damit Menschen mit klarem Verstand entscheiden, handeln und Verantwortung übernehmen können. 🤝
Der reine Vollzug von 100 Regeln ist weder wirtschaftlich oder zielführend noch macht er Freude. Im Gegenteil: Er nimmt dem Bauen ein Stück Attraktivität.
Idee für die Woche:
Gebt euren Mitarbeitenden Spielraum – und sprecht bewusst darüber, wo dieser sinnvoll ist. 💡
Gute Woche!
Ihr und euer
Markus Becker