01/12/2020
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PUCH 250 ohv Rennmaschine 1912
Schon in den Pionierjahren des Motorrads war eine Teilnahme bei der Tourist Trophy unabdingbar für jedes Werk, das sich sportlich profilieren wollte – wenngleich gegen die streckenerfahrenen Engländer kaum ein Kraut gewachsen war. Unzählige Kurven und hügeliges Terrain verlangten eben viel Training. Trotzdem schickte Puch immer wieder Rennmaschinen auf die kleine Insel in der irischen See oder unterstütze Privatfahrer. Mehr als ehrenvolle Plätze im Mittelfeld waren aber nie zu holen. Eine ganz besondere Rennmaschine, die technisch ihrer Zeit weit voraus war, entwickelten die Grazer im Jahr 1912: die kleine Einzylinder mit 250ccm hatte die Ventile radial im Zylinderkopf hängend angeordnet, angesteuert wurden sie von gekreuzten Stößelstangen.
Wenig ist von diesem Werksrenner und seinen Einsätzen bekannt und sie wäre wohl in Vergessenheit geraten, wäre nicht Ludwig Apfelbeck gewesen. Der begnadete Ingenieur nennt diese Maschine als Auslöser, weshalb er sich selbst in seiner Konstrukteurstätigkeit so intensiv mit radial angeordneten Verntilen und halbkugelförmigem Brennraum beschäftigte. Angeblich hat er die Reste eines dieser raren Werksrenner auf einem Schrotthaufen entdeckt. Weil der in einem unrettbaren Zustand gewesen sei habe er ein Replikat angefertigt, das heute noch existiert, im Besitz der „Freunde Alter Motorräder“ (FAM) in Kärnten ist und immer wieder einmal auf einer Ausstellung gezeigt wird – wo auch wir sie ablichten konnten.
Mehr über Puchs Vorkriegsmodelle hier: https://www.hollinek.at/buecher/technik/auto-motorrad-fahrrad/item/221-puch-motorraeder-1900-1940