13/11/2024
Nach dem wir zuletzt über das Leben und Wirken des Herrn Leonhard Friedrich berichtet haben, stellen wir Ihnen heute ein erstes Bauwerk vor.
Es handelt sich dabei um die Doppelvilla an der St. Alban-Anlage 36.
Diese wurde 1879 erbaut und knapp hundert Jahre später im Jahre 1975 wieder abgebrochen.
Der unten stehende Text stammt von Rolf Brönnimann aus der bereits vorgestellten Werkschau der Herren Leonhard und Rudolf Friedrich, erschienen im Jahr 1991, publiziert vom Basler Heimatschutz.
Viel Vergnügen.
Diese Villa darf man als schönstes Bauwerk der Neo-Renaissance in Basel und als bestes Werk von Leonhard Friedrich bezeichnen. Friedrich erbaute das grossartige Wohnhaus, dessen Vorbild im Mittelitalien des frühen 16. Jahrhunderts zu suchen ist, für sich und seinen Bruder, den Architekten und Baumeister Rudolf Friedrich. Dass es sich um eine Doppelvilla handelt, ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, da Friedrich die beiden Eingänge an die Schmalseiten verlegte. Vollkommene Proportionen und sparsam und mit grösster Sicherheit eingesetzte architektonische Mittel verleihen dem Bau eine für hiesige Verhältnisse ungewöhnliche Grandezza. Dadurch, dass Friedrich dem rustizierten Erdgeschoss die beiden Terrassen vorsetzt, unterstreicht er die Selbständigkeit der beiden äussern Fensterachsen. Diese sind im ersten Stock, dem Piano Nobile, als Ädiculä mit Balkonen ausgebildet, während die übrigen Fenster waagrechte Verdachungen anstatt Dreieckgiebel aufweisen. Gemalte Festons beleben die Felder zwischen den Fenstern des obersten Geschosses, des Mezzanins. Im Europäischen Jahr für Denkmalpflege und Heimatschutz 1975 wurde das Meisterwerk trotz massiver Proteste von Heimatschutz, Denkmalpflege und der Bevölkerung von einer Versicherungsgesellschaft abgebrochen.