21/05/2026
Kühlschmierstoff zurückgewinnen statt entsorgen
Brikettieranlagen direkt an der Werkzeugmaschine wurden lange vor allem aus zwei Gründen eingesetzt:
• höhere Vergütung der Briketts gegenüber losem Spanmaterial
• vereinfachte Logistik und Lagerung
Mit den steigenden Kosten für Ölprodukte rückt inzwischen ein weiterer Faktor deutlich stärker in den Fokus: die Rückgewinnung von Kühlschmierstoff aus den Spänen.
Ein Praxisbeispiel aus einem aktuellen Brikettierversuch mit Aluminiumspänen zeigt das Potenzial:
Ausgangssituation:
150 Tonnen Aluminiumspäne pro Jahr
Im Versuch konnten durch das Brikettieren durchschnittlich 0,23 Liter Kühlschmierstoff pro Kilogramm Späne ausgepresst werden.
Hochgerechnet auf die Jahresmenge ergibt das: 34.500 Liter Emulsion, die potenziell zurückgewonnen und wiederverwendet werden können.
Gerade vor dem Hintergrund steigender Betriebsmittelkosten wird damit deutlich:
Brikettierung kann nicht nur die Spanlogistik verbessern, sondern auch einen relevanten Beitrag zur Reduzierung des KSS-Verbrauchs leisten.
Damit die Rückgewinnung dauerhaft funktioniert, sind jedoch einige Punkte entscheidend:
• Die Späne sollten möglichst unmittelbar nach ihrer Entstehung brikettiert werden. Nur so lässt sich eine Verkeimung des Kühlschmierstoffs vermeiden.
• Die ausgepresste Emulsion sollte vor der Lagerung filtriert werden.
• Je nach Anwendung kann zusätzlich eine UV-Behandlung der zurückgewonnenen Emulsion sinnvoll sein.
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, entsteht ein praxisnaher Ansatz, um Betriebskosten zu senken und gleichzeitig verantwortungsvoller mit der Ressource Kühlschmierstoff umzugehen.