21/01/2026
Flammspritzen eines beschädigten Lagersitzes.
Ziel der Reparatur
Ein Lagersitz ist oft:
eingelaufen
korrodiert
leicht oval
zu groß geworden (Passung verloren)
Durch Flammspritzen wird Material aufgebaut, anschließend wird der Sitz maßgenau nachbearbeitet, sodass das Lager wieder korrekt passt.
⚙️ Typischer Ablauf in der Praxis
1. Schadensanalyse
Wie stark eingelaufen?
Risse vorhanden? → dann oft Ausschuss
Nur Verschleiß / Maßabweichung → gut reparierbar
2. Vorbereitung (entscheidend für die Haftung!)
Ohne gute Vorbereitung hält die Schicht nicht.
Reinigen (Öl, Fett, Oxid entfernen)
Strahlen mit Korund oder Aluminiumoxid
→ erzeugt eine raue Oberfläche (Haftgrund)
Oft zusätzlich:
leichte Rändelung
Einstichnut am Rand (mechanische Sicherung)
3. Flammspritzen der Schicht
Auftrag mit:
Metallspritzdraht (z. B. Stahl, Edelstahl, NiCr)
oder Pulver
Typische Werkstoffe für Lagersitze:
Nickelbasislegierungen
Chrom-Nickel-Stähle
Molybdän (sehr gute Haftung als Haftschicht)
Schichtdicke meist:
👉 0,3 – 1,5 mm, je nach Schaden
4. Nachbearbeitung
Nach dem Spritzen:
Drehen
Schleifen
Honen
Ziel:
👉 Passung wiederherstellen, z. B.
H7 für Presssitz
oder gemäß Herstellerangabe
✅ Vorteile bei Lagersitzen
Bauteil muss nicht ersetzt werden
Sehr wirtschaftlich
Geringe Wärmeeinbringung → kein Verzug
Bei korrekter Ausführung voll belastbar
⚠️ Grenzen des Verfahrens
Nicht geeignet wenn:
Tiefe Risse im Grundmaterial
Sehr hohe dynamische Belastung ohne zusätzliche Sicherung
Schlechte Vorbereitung (führt zu Ablösung der Schicht)
Für hochbelastete Lagersitze wird oft bevorzugt:
Lasercladding
oder PTA-Auftragsschweißen